Die Brandschutztür hat ja unten einen „Spalt“!

Brandschutztür im Einsatz

Der Laie geht davon aus, das eine Brandschutztür rundum „dicht“ ist. Klar, sonst könnte ja im Ernstfall das Feuer auf den zu schützenden Bereich übertreten. Wer sich aber mal die Mühe macht und bei einer geschlossenen Brandschutztür, auch Feuerschutztür genannt, genauer auf den unteren Türabschluss schaut, der wird feststellen das dort ein Spalt zu sehen ist.

Jetzt denkt jeder sofort, das das Feuer dort doch durchkommen könnte und steht mit einem großen Fragezeichen im Gesicht da. Keine Angst, es hat alles schon seine Richtigkeit und das Feuer wird nicht auf die geschützte Seite übertreten.

Warum ist das bei einer Brandschutztür so?

 

Quelle: HaBeFa.de

Wir versuchen das mal zu erklären. Im Fall eines Brandes steigt erwärmte Luft immer nach oben (das verstehen wir noch), wodurch im unteren Bereich des Raumes ein Unterdruck entsteht. Dieser Unterdruck bewirkt, dass bei Brandschutztüren, Sauerstoff unter der Tür angesaugt wird. Ein Feuer benötig ja Unmengen an Sauerstoff um weiter zu brennen. Dadurch ist sichergestellt, das es unter dem Türblatt zu keinem Flammenaustritt kommt und es ist keine besondere Schwellenanforderung erforderlich.

 

Man geht davon aus, dass dieser Unterdruck bis zu einer Einbauhöhe von 500 mm gegeben ist.  Klar eine Brandschutztür wird im Regelfall ja auf Fussbodenhöhe verbaut, aber es gibt besondere Einbausituationen, z.B. bei

Quelle: HaBeFa.de

Versorgungschächten, wo eine Feuerschutztür in der Wand höher als 500 mm zum Fussboden eingebaut wird. Genau in dieser Situation muss man dann einen Türabschluss auch auf der Unterseite haben. Oft ist es dann in Verbindung mit einer 4-seitigen Zarge und der damit verbunden Falz am Türblatt geregelt. In Versorgungsschächte setzt man eher auf eine absenkbare Bodendichtung. Ganz oft wird dann auch eine Brandschutztür mit Rauchdichte (RS) verbaut.

 

Egal was für eine Einbausituation vorliegt, man unterscheidet in diesem Umfeld zwischen 3 Türtypen:

  1. Brandschutztür T-30, T-60 & T-90
  2. Brandschutztür mit Rauchschutz T-30-RS, T-60-RS & T-90-RS
  3. Rauchschutztür

Und je nachdem welche Tür vom zuständigen Bauamt gefordert wird, wird auch der Türabschluss ein anderer sein. Gerade beim Türabschluss gibt es noch weitere Kriterien, die beachtet werden müssen. Wird die Brandschutztür im Fluchtweg eingebaut, dann darf keine Stolperkante vorhanden sein.

Wir hoffen die Informationen haben Ihnen weitergeholfen und sollten Sie Fragen zu den Beiträgen haben, dann schreiben Sie diese einfach in den Kommentar und wenn Sie eine Brandschutztür kaufen müssen, dann empfehlen wir Ihnen einen Blick bei HaBeFa.de rein zu werfen, denn dort finden Sie für fast jeden Einsatzzweck die passende Tür.

Ihr Türenblog Team

 

2 Kommentare zu "Die Brandschutztür hat ja unten einen „Spalt“!"

  1. I. Steinbeiß-Herfurth | 12. September 2020 um 22:04 | Antworten

    Ich wohne in einem „Bestandshaus“ 10-Geschosser Baujahr ca. 1980. Es wurden nunmehr Brandschutztüren eingebaut und Rauchschutztüren. Nachdem ich mich belesen habe bleiben Fragen offen. Meine Unklarheit in Kurzfassung:
    Hauseingangstür – rechts 10 Stufen nach oben – 2m nach links Brandschutztür offen, da Feststeller und unten Spalt o.k. – weiter ca. 3m – „Brandschutztür“ mit Obenfeststeller und unten einer Schwelle – Korridor ca. 10-12 m² – da sind 4 Wohnungstüren und eine Fahrstuhltür. Frage: Wenn Rauch in dem Korridor ist wo bleibt der Fluchtweg, wenn die Mitteltür geschlossen sein muß. Da kommt man aus der Wohnung ja gar nicht mehr raus. Die Wohnungstür hat auch einen Spalt, also kann der Rauch in die Wohnung.
    Ich bedanke mich im Voraus für Ihr Nachricht und verbleibe mit freundlichen Grüßen
    Frau Steinbeiß-Herfurth

    • Sehr geehrte FRau Steinbeiß-Herfurth,

      wie in Ihrem Haus der Fluchtweg gestaltet ist, dass können wir ihnen leider nicht beantworten.
      Aber es muss ja irgendwie eine Lösung im Ernstafall geben.Dazu sollten Sie den Vermieter/die Hausverwaltung kontaktieren.

      mit freundlichen Grüßen
      Ihr Türenblog-Team

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